Clicker-Training ist gar kein Hundesport sondern eine Ausbildungsmethode, die man im Alltag und im Hundesport super einsetzen kann.
Clickern ist eine rein positive Ausbildungsmethode, ohne Bestrafung des falschen Verhaltens. Statt dessen vermittelt man den Hund durch das Klick-Geräusch punktgenau "Das war das gewünschte Verhalten". Man erarbeitet also gemeinsam mit dem Hund ein gewünschtes Verhalten, gibt dem Hund die Möglichkeit selber mitzudenken anstatt ihm nur zu zeigen, was er machen soll. Dadurch erreicht man eine entspanntere Lernathmosphäre. Und mit einer positiven Einstellung zum Training wird der Hund deutlich schneller und freudiger lernen!

Was ist Clicker-Training nun genau?

Der Clicker ist ein Hilfsmittel zum Training und macht ein für den Hund unverkennbares Geräusch, welches im Alltag so nicht vorkommt. An sich ist der Clicker wie ein Knackfrosch. Drückt man auf den Knopf oder die Metallplatte des Clickers, gibt es ein "Klickklack" als Geräusch.

Konditionierung
Zu Beginn weiß der Hund mit diesem Geräusch natürlich noch gar nichts anzufangen. Bevor man den Clicker im Training anwenden kann, muss man den Hund auf das Geräusch konditionieren.
Das geht ganz einfach:
Man nehme viele leckere, kleine Leckerchens (zum Beispiel Fleischwurst oder Käse in kleinen Würfeln), den Clicker und seinen Hund. OHNE dass der Hund einen Befehl wie "Sitz" "Steh" "komm" oder was auch immer bekommt, klickt man und gibt dem Hund ein Futterbröckchen.

Der Hund darf also kurze Zeit im Paradies sein und bekommt tatsächlich ohne irgendwas dafür tun zu müssen nach jedem "Klick" Futter.
Nach etwa 10-15 Wiederholungen hat der Hund das Geräusch mit dem Fressen verknüpft und wird nun nach dem "Klick" immer Futter erwarten.
Diese Erwartungshaltung zu enttäuschen würde dem Trainingskonzept des Clickerns entgegenstehen, daher bekommt der Hund nach jedem Klick IMMER Futter, auch wenn der Mensch aus Versehen oder im falschen Moment geklickt hat. Diesen Fehler hat nicht der Hund auszubaden!!!

 

Hat der Hund die Konditionierung auf den Clicker verstanden, kann man mit dem Training beginnen.
Beim Clicker-Training soll der Hund durch Ausprobieren selber einen Weg bis zum gewünschten Endverhalten finden. Ein Verhalten, das über den Weg des Ausprobierens gelernt wurde, sitzt sicherer und oft auch deutlich schneller. Dafür ist der Weg zunächst etwas gewöhnungsbedürftig und umständlich. Denn statt dem Hund zum Beispiel durch Drücken auf den Hintern und leichtes Ziehen am Halsband nach oben zum Sitzen zu bringen und dazu "Sitz" zu sagen, lässt man den Hund selber ausprobieren. Dafür muss man das gewünschte Verhalten in mehrere Schritte unterteilen. Am Beispiel von Sitz wäre das zunächst Stehen, Hinterbeine anwinkeln, Hintern senken und in Richtung der Vorderbeine bewegen, Vorderbeine durchgedrückt lassen.

Was lernt der Hund im ersten Fall?
Er lernt das "Sitz" Druck auf den Hintern und Zug am Hals ankündigt und dass der Druck aufhört, sobald er sitzt. Im Endeffekt wird er den erwarteten Druck vermeiden, indem er sich schneller hinsetzt, bevor der Druck kommt.

Was lernt der Hund im zweiten Fall?
Der Hund lernt seine eigene Körperbewegung mit einem Befehl zu verknüpfen und versteh dadurch das Kommando erst richtig.

Die meisten Hunde, die vorher bereits auf anderem Wege trainiert wurden haben eher gelernt , selbstständiges Mitdenken zu unterlassen und nur zu tun, was ihnen gesagt oder durch Leinenruck, Druck auf den Hintern oder ähnliches gezeigt wird. Diese Hunde haben zu Beginn oft das Problem, dass sie auf Anweisung warten und nicht selbstständig ausprobieren.
Um solchen "Crossover-Hunden" die Sache zunächst einfacher zu machen, kann man mit Hilfsmitteln arbeiten. Für Hunde ist es deutlich leichter, selbstständiges Ausprobieren in Verbindung mit Objekten zu zeigen. Zum Beispiel eine alte Papierkiste oder eine leere Plastikflasche, die die Neugier des Hundes wecken. Der Hund wird den Gegenstand ansehen, beschnüffeln, eventuell mit Nase oder Pfote berühren. Dies alles sind bereits Verhaltensweisen, die man klicken kann.
Wichtig für diese ersten Übungen ist es, sich selber kein Ziel zu setzen, was der Hund mit dem Gegenstand machen soll, sondern den Hund beobachtet und alles angebotene Verhalten klickt. Unsichere Hunde, die auch bei einem Gegenstand nur wenig anbieten, kann man ermuntern, weiterzumachen und gleiches Verhalten ruhig öfter klicken. Bietet der Hund nach mehrmaligem Beschnüffeln dann das Anstupsen des Gegenstandes an, ist dies einen Jackpot, also eine besondere Belohnung, wert.

Auf diesem Weg lernt der Hund, dass er tatsächlich selber ausprobieren darf.

Eine zweite Möglichkeit den Hund zum Selber ausprobieren zu bekommen ist, ihm zunächst ein Kommando, was er bereits kennt zu sagen. Führt er dieses aus, wird er durch klicken und Leckerchen oder Spielen belohnt. Als nächstes wartet man ab, ob der Hund von selbst das gerade geforderte verhalten wieder anbietet. Tut er das, wird er wieder belohnt, entweder mit Jackpot oder Spiel. Kommt er noch nicht auf die richtige Idee, kann man ihm nochmals mit dem Kommando helfen.

Ich habe für meine Clickerhunde immer ein Startwort, was ihnen signalisiert, dass sie jetzt ausprobieren sollen und ich ihnen zuschaue und ein Schlusswort, wenn ich fertig bin mit dem Beobachten und sie sich kein Futter mehr verdienen können.

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