Das Wort Obedience stammt - wie die Sportart - aus dem englischem und heißt eigentlich nur Gehorsam. Obedience ist aber viel mehr als nur reiner Gehorsam des Hundes seinem Hundeführer gegenüber, es ist vor allem die Zusammenarbeit von Hund und Mensch als Team in Perfektion.

Neben den normalen Elementen der Unterordnung wie Fuß gehen, Abliegen, Sitz und Platz aus der Bewegung sowie Abrufen, gibt es beim Obedience noch viele andere Aufgaben für das Hund-Mensch-Team.
Bei allen Übungen wird auf korrektes und freudiges Ausführen der Übungen Wert gelegt, der Hund sollte gerne mit seinem Menschen arbeiten und konzentriert mitmachen.

In Prüfungen fließen auch das Verhältnis des Teams und der Umgang von Mensch und Hund miteinander in die Bewertung ein. Das Ziel soll hier immer ein freudig arbeitender Hund sein, der mit seinem Teampartner Mensch ein harmonisches Bild abgibt.

Auf Obedience-Prüfungen sind Hunde aller Rasse und auch Mischlinge zugelassen. Die Voraussetzung zur Teilnahme ist die erfolgreich bestandene Begleithundeprüfung. Gerichtet wird auf einer Prüfung in vier Klassen: Beginner, O1, O2 und O3. Um von einer Klasse in die nächsthöhere Klasse aufsteigen zu können, muss auf mindestens einer Prüfung die Wertnote "vorzüglich" erreicht worden sein.

Aufteilungen nach Größe der Hunde, wie beim Agility, gibt es fürs Obedience nicht, es wird nur für die Übungen mit einer Sprunghürde die Höhe der Größe des jeweiligen Hundes angepasst. In der Klasse 1 und 2 ist die maximale Sprunghöhe auf 50 cm festgelegt, in der Klasse 3 sollen maximal 70 cm übersprungen werden.
Für jede Übung gibt es vom Richter maximal 10 Punkte, die dann je nach Übung mit einem bestimmten Koeffizienten multipliziert werden. Alle Punkte werden am Ende zu einer Gesamtpunktezahl zusammengerechnet und die entsprechende Wertnote vergeben.

Grundsätzlich gilt beim Obedience-Prüfungen, dass man vom Steward durch die gesamte Prüfung geführt wird. Der Steward zeigt dem Hundeführer den Startpunkt und stellt ihn dort auf. Dann kündigt er mir "Übung beginnt" den Beginn der bewerteten Übung an. Die Übung dauert solange, bis der Steward "Übung beendet" sagt.
Während der Übung gibt der Steward die entsprechenden Ansagen, was wann zu tun ist. Nur bei wenigen Übungen soll der Hundeführer seinem Hund selbstständig Kommandos geben. In der folgenden Übungsbeschreibung habe ich daher darauf verzichtet, immer zu erwähnen, was der Steward ansagt. Stattdessen habe ich die wenigen Ausnahmen vermerkt.

 

Übungen

Beginner

Gruppenübungen

1. Verhalten gegenüber anderen Hunden - maximal 40 Punkte
Die Hunde sitzen in einer Reihe im Abstand von 3m. Jeweils ein Hund wird im Fuß von seinem Hundeführer um die Gruppe herumgeführt, der Abstand zu den anderen Teams sollte 1m betragen. Der Hund sollte hier möglichst schönes Fuß gehen zeigen und die anderen Hunde ignorieren.
Nach dem Umrunden stellt sich der Hundeführer mit seinem Hund in der GS wieder an seinen Platz und der nächste links in der Reihe ist dran.


2. Stehen und Betasten - max. 20 Punkte
Der Hundeführer tritt aus der Gruppe heraus und geht mit seinem Hund Fuß auf den Steward zu und hält an. Nun fordert der Steward den Hundeführer auf, seinen Hund hinzustellen und dann vom Hund wegzutreten. Meist tritt nun der Steward an den Hund heran, fasst ihm eventuell ins Halsband und streicht ihm über den Rücken und die Seiten. Ab und an wird dies auch vom Richter durchgeführt. Anschließend darf der Hundeführer wieder an seinen Hund herantreten und ihn dann in die Grundstellung bringen. Der Hund soll beim Betasten ruhig stehen bleiben, der Hundeführer darf seinem Hund hierbei beruhigend zureden, aber keine weiteren Kommandos geben.
Übung 3 kann hier nun direkt im Anschluss folgen, ansonsten geht das Team zurück in die Gruppe.
Die Fußarbeit auf dem Hin- und Rückweg wird bewertet!

3. Gebiss zeigen - max. 20 Punkte
Der Hund sitzt in der Grundstellung, während der Hundeführer die Schnauze mit den Händen umfasst und die Lefzen hochzieht, so dass der Richter die Zähne sehen kann.
Bei dieser Übung geht es weniger um die Beschaffenheit des Gebisses, Zahnstein wirkt sich nicht negativ aus. Der Hundeführer soll bei dieser Übung zeigen, dass sein Hund Manipulationen "erduldet" und nicht ausweicht oder sich wehrt.

4. Ablage in der Gruppe - max. 30 Punkte
Zuerst werden alle Hunde der Gruppe abgeleint und dann nacheinander hingelegt. Dafür geht der Steward von links nach rechts vor den Teams entlang und gibt jedem einzeln die Anweisung, seinen Hund hinzulegen.
Wenn alle Hunde liegen, bekommen die Hundeführer die Anweisung, sich 20m vor ihren Hunden aufzustellen. Die Hunde sollen dann 2 Minuten still liegen bleiben, bevor die Hundeführer zu ihren Hunden zurück kehren. In umgekehrter Reihenfolge, also von rechts nach links, werden die Hundeführer dann aufgefordert, ihre Hunde wieder in die Grundstellung zu nehmen.

Einzelübungen

5. Leinenführigkeit - max. 40 Punkte
Der Hund soll angeleint Fuß laufen, der Weg wird hierbei vom Steward angesagt und ist bei jedem Turnier verschieden. Innerhalb einer Prüfung laufen alle Teams dieser Klasse das gleiche Schema.
Gefordert wird hier im Normalschritt Winkel und Kehrtwendungen nach Rechts und Links sowie Anhalten.

6. Freifolge - max. 40 Punkte
Der Hund soll ohne Leine Fuß laufen, der Weg wird hierbei vom Steward angesagt und ist bei jedem Turnier verschieden. Innerhalb einer Prüfung laufen alle Teams dieser Klasse das gleiche Schema. Oft ist es der gleiche Weg wie bei der Freifolge, dies muss aber nicht so sein.
Gefordert wird hier im Normalschritt Winkel und Kehrtwendungen nach Rechts und Links sowie Anhalten.

7. Sitz aus der Bewegung - max. 30 Punkte
Der Hundeführer geht mit seinem Hund gerade aus und bekommt nach ca. 10-15 Schritten die Anweisung, seinen Hund sitzen zu lassen, während er selber noch ca. 20 Meter weiter geht und sich an einer Markierung zum Hund umdreht. nach etwa 5 Sekunden darf er auf Anweisung des Steward zu seinem Hund zurück gehen und sich neben ihn stellen.

8. Kommen auf Befehl - max. 40 Punkte
Der Hundeführer geht mit seinem Hund in die Mitte der Box und stellt sich dort auf. Da sich die Übung 9 an diese Übung direkt anschließt, darf der Hundeführer seine Leine als Target nutzen und zum liegenden Hund legen. Wenn er dies tun möchte, sollte er vor Beginn der Übung die Leine in der Hand haben.
Der Hundeführer legt seinen Hund ins Platz und dann seine Leine neben den Hund. Anschließend soll der Hundeführer seinen Hund verlassen und sich an einem festgelegten Punkt in etwa 15 Metern Entfernung zu seinem Hund umdrehen. Dann bekommt er die Anweisung, seinen Hund zu rufen.
Beim Abrufen darf der Hund entweder vorsitzen oder direkt in die Grundstellung kommen, dies muss vorher auch nicht angekündigt werden. Beendet wird die Übung allerdings immer in der Grundstellung.

9. Zurücksenden zum Platz - max. 30 Punkte
Nach dem Abrufen wird der Hund nun zurück in die Box geschickt. Dort soll er selbstständig vom Hundeführer gestoppt und ins Platz gelegt werden. Der Hund darf vor dem Platzkommando auch ein Kommando für Stehen bekommen. Steht der Hund außerhalb der Box, darf er (unter Punktabzug) weiter in die Box geschickt werden. Sobald er liegt, ist dies nicht mehr erlaubt, sollte sich ein liegender Hund außerhalb der Box befinden, wird die Übung mit 0 Punkten bewertet.

10. Bringen - max. 20 Punkte
Bei dieser Übung soll der Hundeführer in etwa 10 Metern seinen Apportiergegenstand auslegen und anschließend seinen Hund zum Apport schicken.
Zum Abgeben darf der Hund entweder vorsitzen oder direkt in die Grundstellung kommen, dies muss vorher auch nicht angekündigt werden. Beendet wird die Übung allerdings immer in der Grundstellung.

11. Umgang Mensch / Hund - max. 10 Punkte
Der Umgang vom Hundeführer mit seinem Hund wird vom Richter während der gesamten Prüfung beobachtet. Die Art und Weise, wie der Hund nach den Übungen gelobt wird, wie er mitarbeitet und wie der Hundeführer auf schlechtere Leistung reagiert wird hierbei bewertet.

 

Punkteverteilung

 

256 - 320

Vorzüglich

224 - 255,5

Sehr gut

192 - 223,5

Gut

< 192

Nicht bestanden

 

Klasse 1

Gruppenübung

1. 2 Minuten liegen in einer Gruppe, Hundeführer außer Sicht - max. 30 Punkte
Die Hunde sitzen in einer Reihe im Abstand von 3m. Zuerst werden alle Hunde der Gruppe abgeleint und dann nacheinander hingelegt. Dafür geht der Steward von links nach rechts vor den Teams entlang und gibt jedem einzeln die Anweisung, seinen Hund hinzulegen.
Wenn alle Hunde liegen, bekommen die Hundeführer die Anweisung, ihre Hunde zu verlassen und außer Sicht zu gehen. Die Hunde sollen dann 2 Minuten still liegen bleiben, bevor die Hundeführer zu ihren Hunden zurück kehren. In umgekehrter Reihenfolge, also von rechts nach links, werden die Hundeführer dann aufgefordert, ihre Hunde wieder in die Grundstellung zu nehmen.

Einzelübungen

2. Freifolge - max. 30 Punkte
Der Hund soll ohne Leine Fuß laufen, der Weg wird hierbei vom Steward angesagt und ist bei jedem Turnier verschieden. Innerhalb einer Prüfung laufen alle Teams dieser Klasse das gleiche Schema.
Gefordert wird hier im Normalschritt Winkel nach Rechts und Links und Kehrtwendungen sowie Anhalten, zwei Schritte vor und zwei Schritte zurück. Außerdem sollen im Laufschritt auch rechte Winkel gezeigt werden.

3. Steh aus der Bewegung - max. 20 Punkte
Der Hundeführer geht mit seinem Hund gerade aus und bekommt nach ca. 10 Metern die Anweisung, seinen Hund stehen zu lassen, während er selber noch einmal 10 Meter weiter geht und sich an einer Markierung zum Hund umdreht. Nach etwa 5 Sekunden darf er auf Anweisung des Steward zu seinem Hund zurück gehen und sich neben ihn stellen. Auf ein Kommando soll sich der Hund anschließend in die Grundstellung setzen.

4. Abrufen - max. 30 Punkte
Der Hundeführer wird an einem Punkt aufgestellt. Wenn die Übung beginnt, soll der Hund ins Platz gelegt werden. Auf Anweisung des Stewards verlässt der Hundeführer seinen Hund und geht bis zu einem markierten Punkt. Dort stellt er sich seinem Hund gegenüber hin und darf seinen Hund dann abrufen. Der Hund darf vorsitzen oder direkt in die Grundstellung kommen. Die Übung endet in der Grundstellung.


5. Sitz aus der Bewegung - max. 20 Punkte
Der Hundeführer geht mit seinem Hund gerade aus und bekommt nach ca. 10 Metern die Anweisung, seinen Hund sitzen zu lassen, während er selber noch einmal 10 Meter weiter geht und sich an einer Markierung zum Hund umdreht. Nach etwa 5 Sekunden darf er auf Anweisung des Steward zu seinem Hund zurück gehen und sich neben ihn stellen.


6. Vorraussenden in ein Quadrat - max. 40 Punkte
Der Hundeführer wird mit seinem Hund 15 Meter vor der Box aufgestellt und soll seinen Hund dann, nach Anweisung des Stewards, in die Box schicken. Es ist nicht erlaubt, dem Hund am Startpunkt die Box zu zeigen oder ihn mit einem Handzeichen zu helfen. Das Zeigen der Box führt zum Nichtbestehen der Übung!
In der Box soll der Hund selbstständig vom Hundeführer gestoppt und ins Platz gelegt werden. Der Hund darf vor dem Platzkommando auch ein Kommando für Stehen bekommen. Steht der Hund außerhalb der Box, darf er (unter Punktabzug) weiter in die Box geschickt werden. Sobald er liegt, ist dies nicht mehr erlaubt, sollte sich ein liegender Hund außerhalb der Box befinden, wird die Übung mit 0 Punkten bewertet.

7. Apportieren - max. 30 Punkte
Das Apportel für diese Übung wird zu Beginn der Prüfung von den vom Verein zur Verfügung gestellten Apporteln ausgewählt.
Nachdem die Übung begonnen hat, übergibt der Steward dem Hundeführer das Apportel, welcher es danach circa 10 Meter weit wirft. Zum Auswerfen hat der Hundeführer zwei Versuche, wobei beim zweiten Versuch nur noch maximal 7 Punkte vergeben werden. Vor dem Auswerfen darf dem Hund kein Bleib-Kommando gegeben werden!
Wenn das Apportel liegt, bekommt der Hundeführer die Erlaubnis, seinen Hund zu schicken. Der Hund darf das Apportel im Vorsitz oder in der Grundstellung abgeben, die Übung endet in der Grundstellung.

8. Distanzkontrolle - max. 30 Punkte
Der Hund wird aus der Grundstellung ins Platz gelegt und der Hundeführer stellt sich etwa 5 Meter vor seinen Hund. Im 3 Sekundentakt werden nun vom Steward, der hinter dem Hund steht, die jeweiligen Positionswechsel angezeigt. Der Hund soll in dieser Klasse 2x den Wechsel von Sitz und Platz zeigen.

9. Abrufen über eine Hürde - max. 30 Punkte
Der Hund wird in einem Abstand von 2 bis 4 Metern vor der Hürde abgesetzt und von der anderen Seite, mit einem ähnlichen Abstand, von seinem Hundeführer abgerufen. Der Höhe der Hürde wird der Größe des Hundes angepasst. Ein 33cm großer Hund springt über 30cm, ein 45cm hoher Hund über 50cm, was gleichzeitig auch die Maximalhöhe ist. Auch ein 60cm großer Hund muss nur über 50cm springen.

10. Gesamteindruck - max. 20 Punkte
Zum Gesamteindruck zählt die Arbeitsfreude des Hundes, seine Bereitschaft, die Kommandos zu befolgen und die Übungen akkurat und präzise ausführen. Sowohl Hundeführer wie Hund sollten sich so natürlich wie möglich bewegen. Außerdem fließt der Umgang des Hundeführers mit seinem Hund mit hinein. Hund und Hundeführer sollten ein Team sein, das gut zusammen arbeitet und Spaß an der gemeinsamen Arbeit zeigt.
Wenn der Hund den Ring verlässt oder sich im Ring erleichtert, werden für den Gesamteindruck keine Punkte vergeben. Gerät der Hund außer Kontrolle und verlässt den Hundeführer während einer Übung oder zwischen den Übungen, bleibt aber im Ring, können nicht mehr als 5 Punkte vergeben werden.

 

Punkteverteilung

Wertnote

224-280

Vorzüglich

196 - 223,5,5

Sehr gut

140 - 195,5

Gut

< 192

Nicht bestanden

 

Klasse 2

Gruppenübung

1. 1 Minute Sitzen in der Gruppe, Hundeführer in Sicht - max. 20 Punkte
Alle Hundeführer betreten den Ring mit ihren Hunden frei bei Fuß. Der Steward stellt dann alle Teams in einer Reihe im Abstand von 3m auf.
Wenn die Übung beginnt, bekommen die Hundeführer die Anweisung, ihre Hunde zu verlassen und sich in 20m ihrem Hund gegenüber zu stellen. Die Hunde sollen dann 1 Minute still sitzen bleiben, bevor die Hundeführer zu ihren Hunden zurück kehren.

Einzelübungen

2. Freifolge - max. 30 Punkte
Der Hund soll ohne Leine Fuß laufen, der Weg wird hierbei vom Steward angesagt und ist bei jedem Turnier verschieden. Innerhalb einer Prüfung laufen alle Teams dieser Klasse das gleiche Schema.
Gefordert wird hier im Normalschritt Winkel nach Rechts und Links und Kehrtwendungen sowie Anhalten, zwei Schritte vor und zwei Schritte zurück. Außerdem sollen im Laufschritt auch rechte Winkel gezeigt werden.

3. Steh und Sitz aus der Bewegung - max. 30 Punkte
Der Hundeführer soll von einem Startpunkt aus gerade aus gehen. Nach 10m bekommt er die Anweisung, seinen Hund stehen zu lassen und geht selber noch einmal 10m weiter, bis er die Anweisung "Umdrehen" hört. Er geht dann mit einem Abstand von etwa 50cm rechts an seinem Hund vorbei. Hinter dem Hund wird er wieder zum Umdrehen aufgefordert. Auf Höhe seines Hundes gibt er selbständig das Kommando zum Anschließen in die Fußarbeit und geht mit seinem Hund gerade aus weiter. Nach 5m erhält er die Anweisung, nach rechts oder links abzubiegen. Nach 10m soll er seinen Hund nun sitzen lassen, 10m weiter gehen, umdrehen, an seinem Hund vorbei gehen, hinter ihm wieder umdrehen und seinen Hund mitnehmen. Bis auf das Anschließen in die Fußarbeit geschieht auch hier alles auf Anweisung des Stewards! Nach weiteren 5m soll der Hundeführer anhalten, die Übung ist beendet.

4. Kommen mit Steh - max. 40 Punkte
Die Übung beginnt in der Grundstellung. Der Hundeführer soll seinen Hund hinlegen und sich dann in 25m Entfernung vor ihm aufstellen. Dann darf er seinen Hund rufen und an einer Markierung auf der Hälfte der Strecke selbstständig zum Stehen bringen. Dies darf entweder mit einem Sichtzeichen oder einem Wortsignal geschehen. Nachdem der Hund ca. 3 Sekunden gestanden hat, darf der Hundeführer seinen Hund zu sich rufen. Der Hund darf Vorsitzen oder sich direkt in die Grundstellung begeben, die Übung endet in der Grundstellung.

5. In ein Quadrat schicken mit Abrufen - max. 40 Punkte
Der Hundeführer steht 25m vor dem Mittelpunkt der Box und soll seinen Hund dann in die Box schicken. Es ist nicht erlaubt, dem Hund am Startpunkt die Box zu zeigen oder ihn mit einem Handzeichen zu helfen. Das Zeigen der Box führt zum Nichtbestehen der Übung!
In der Box soll der Hund selbstständig vom Hundeführer gestoppt und ins Platz gelegt werden. Der Hund darf vor dem Platzkommando auch ein Kommando für Stehen bekommen. Steht der Hund außerhalb der Box, darf er (unter Punktabzug) weiter in die Box geschickt werden. Sobald er liegt, ist dies nicht mehr erlaubt, sollte sich ein liegender Hund außerhalb der Box befinden, wird die Übung mit 0 Punkten bewertet.
Wenn der Hund liegt, bekommt der Hundeführer die Anweisung, zum vorderen rechten Pylon zu gehen. Etwa 2m bevor der diesen erreicht hat, soll er nach links gehen, so dass er parallel zum Boxenband läuft. Achtung, das ist kein linker Winkel mit 90°! Sobald er auf Höhe des linken Pylons ist, soll der Hundeführer zum Startpunkt zurückgehen. Nach ca.10m darf er seinen Hund rufen, dieser soll sich in die Fußarbeit anschließen. Am Startpunkt angekommen, halten Hundeführer und Hund an.
   
6. Apport mit Richtungsanweisung - max. 40 Punkte
Die Apportel für diese Übung werden zu Beginn der Prüfung von den vom Verein zur Verfügung gestellten Apporteln ausgewählt.
Der Hundeführer steht mit seinem Hund 5m vor dem Pylon. Nun werden die 2 Apportel ausgelegt. Dabei geht entweder der Steward oder ein Helfer von der Pylone aus 10m nach oben und dann 5m zur Seite. Er beginnt mit dem Apportel, was der Hund holen soll.
Wenn die Apportel ausgelegt sind, erhält der Hundeführer die Anweisung mit seinem Hund Fuß an der Pylone vorbei zu gehen. 3m hinter der Pylone soll er umdrehen und seinen Hund auf Höhe der Pylone selbstständig zum Stehen bringen. Er selber geht zurück zum Startpunkt. Von dort darf er seinen Hund zum vorher ausgelosten Apportel schicken. Der Hund darf das Apportel im Vorsitz oder in der Grundstellung abgeben, die Übung endet in der Grundstellung.

 

7. Geruchsidentifikation - max. 40 Punkte
Bei der Geruchsidentifikation soll der Hund zwischen 6 Hölzern das finden, was der Hundeführer am Anfang der Übung für ca. 10 Sekunden angefasst hat. Der Steward übernimmt das Holz und legt es zusammen mit den 5 neutralen Hölzern mit einer Zange in einer Linie oder in einem Kreis in 10m Entfernung aus. Die Hölzer haben zueinander einen Abstand von ca 25cm.
Während die Hölzer ausgelegt werden, dreht der Hundeführer sich um, damit er nicht sehen kann, wo sein Holz liegt. Der Hund darf sitzen bleiben und zusehen oder aber auch umgedreht werden. Anschließend dreht der Hundeführer sich wieder um und darf seinen Hund suchen schicken. Der Hund darf keinen der neutralen Gegenstände hochnehmen und soll das richtige Holz zügig bringen, ohne es zwischendurch noch einmal abzulegen. Der Hund darf das Hölzchen im Vorsitz oder in der Grundstellung abgeben, die Übung endet in der Grundstellung.

 

8.Kontrolle auf Distanz - max. 40 Punkte
Der Hund wird aus der Grundstellung ins Platz gelegt und der Hundeführer stellt sich etwa 10 Meter vor seinen Hund. Im 3 Sekundentakt werden nun vom Steward, der hinter dem Hund steht, die jeweiligen Positionswechsel angezeigt. Der Hund soll in dieser Klasse 2x den selben Positionswechsel zeigen. Es gibt dafür zwei Möglichkeiten:
Platz --> Sitz --> Steh --> Platz --> Sitz --> Steh --> Platz
oder
Platz --> Steh --> Sitz --> Platz --> Steh --> Sitz --> Platz
Anschließend stellt sich der Hundeführer wieder neben seinen Hund und lässt ihn sich in die Grundstellung setzen.

9. Apport über die Hürde - max. 30 Punkte
Das Apportel für diese Übung wird zu Beginn der Prüfung von den vom Verein zur Verfügung gestellten Apporteln ausgewählt, es darf entweder Metall oder Holz sein. Die Höhe der Hürde wird an die Größe des Hundes angepasst und beträgt maximal 70cm.
Der Hundeführer stellt sich mit seinem Hund im Abstand von 2 bis 4 m vor der Hürde auf. Nachdem die Übung begonnen hat, bekommt er das Apportel und soll es über die Hürde werfen. Anschließend darf er seinen Hund schicken. Der Hund soll auf dem Hin- und Rückweg über die Hürde springen. Der Hund darf das Apportel im Vorsitz oder in der Grundstellung abgeben, die Übung endet in der Grundstellung.

10. Gesamteindruck - max. 20 Punkte
Zum Gesamteindruck zählt die Arbeitsfreude des Hundes, seine Bereitschaft, die Kommandos zu befolgen und die Übungen akkurat und präzise ausführen. Sowohl Hundeführer wie Hund sollten sich so natürlich wie möglich bewegen. Außerdem fließt der Umgang des Hundeführers mit seinem Hund mit hinein. Hund und Hundeführer sollten ein Team sein, das gut zusammen arbeitet und Spaß an der gemeinsamen Arbeit zeigt.
Wenn der Hund den Ring verlässt oder sich im Ring erleichtert, werden für den Gesamteindruck keine Punkte vergeben. Gerät der Hund außer Kontrolle und verlässt den Hundeführer während einer Übung oder zwischen den Übungen, bleibt aber im Ring, können nicht mehr als 5 Punkte vergeben werden.

Punkteverteilung

Wertnote

256 - 320

Vorzüglich

224 - 255,5

Sehr gut

192 - 223,5

Gut

< 192

Nicht bestanden

 

Klasse 3

Gruppenübungen

1. 2 Minuten Sitzen in der Gruppe, HF außer Sicht - max. 30 Punkte
Alle Hundeführer betreten den Ring mit ihren Hunden frei bei Fuß. Der Steward stellt dann alle Teams in einer Reihe im Abstand von 3m auf.
Wenn die Übung beginnt, bekommen die Hundeführer die Anweisung, ihre Hunde zu verlassen und sich in ein Versteck zu begeben, so dass sie für ihre Hunde nicht mehr zu sehen sind. Die Hunde sollen dann 2 Minuten still sitzen bleiben, bevor die Hundeführer auf den Platz zurück kehren, sich ca 10m vor ihren Hunden aufstellen und dann zu ihren Hunden zurück gehen.

2. 4 Minuten Liegen in der Gruppe, HF außer Sicht - max. 20 Punkte
Die Hunde werden nacheinander hingelegt. Dafür geht der Steward von links nach rechts vor den Teams entlang und gibt jedem einzeln die Anweisung, seinen Hund hinzulegen.
Wenn alle Hunde liegen, bekommen die Hundeführer die Anweisung, ihre Hunde zu verlassen und sich in ein Versteck zu begeben, so dass sie für ihre Hunde nicht mehr zu sehen sind. Die Hunde sollen dann 2 Minuten still liegen bleiben, bevor die Hundeführer auf den Platz zurück kehren und sich in etwa 10m Abstand vor ihren Hunden aufstellen. Anschließend sollen alle Hundeführer an ihren Hunden vorbei gehen und sich 2m hinter ihrem Hund hinstellen. Dann dürfen sie zu ihren Hunden zurück gehen. In umgekehrter Reihenfolge, also von rechts nach links, werden die Hundeführer dann aufgefordert, ihre Hunde wieder in die Grundstellung zu nehmen.

Einzelübungen

3. Freifolge - max. 30 Punkte
Der Hund soll ohne Leine Fuß laufen, der Weg wird hierbei vom Steward angesagt und ist bei jedem Turnier verschieden. Innerhalb einer Prüfung laufen alle Teams dieser Klasse das gleiche Schema.
Gefordert werden hier Anhalten, Rechts- und Linkswinkel sowie Kehrtwendungen im Normalschritt sowie im langsamen und schnellen Tempo. Außerdem sind 2 Schritte vor, zurück, nach rechts und nach links gefordert. Angehen um 90° oder auf der Stelle um 90° oder 180° Drehen kann ebenfalls vorkommen.

4. Steh, Sitz, Platz aus der Bewegung - max. 30 Punkte
Vor Beginn der Prüfung wird vom Leistungsrichter festgelegt, in welcher Reihenfolge die Positionen aus der Bewegung gezeigt werden sollen.
Der Hundeführer geht von seinem Startpunkt aus ca. 5m gerade aus, erhält dann die Aufforderung, seinen Hund in die erste Position zu bringen und geht selber noch einmal 5m weiter, bis er die Anweisung "Umdrehen" hört. Er geht dann mit einem Abstand von etwa 50cm an der linken Seite seines Hundes vorbei. Etwa 3m hinter dem Hund wird er wieder zum Umdrehen aufgefordert. Auf Höhe seines Hundes gibt er selbständig das Kommando zum Anschließen in die Fußarbeit und geht mit seinem Hund gerade aus weiter auf die Pylone zu. Kurz vor der Pylone biegt der Hundeführer selbstständig nach rechts oder links ab. Das Prozedere wiederholt sich für die 2. und 3.Position.
Die Pylonen, die die Ecken zum Abbiegen markieren sollten immer auf der linken Seite des Hundes sein!


5. Abrufen mit Steh und Platz - max. 40 Punkte
Die Übung beginnt in der Grundstellung. Der Hundeführer soll seinen Hund hinlegen und sich dann in 30m Entfernung vor ihm aufstellen. Dann darf er seinen Hund rufen und an der ersten Markierung nach 10m selbstständig zum Stehen bringen. Dies darf entweder mit einem Sichtzeichen oder einem Wortsignal geschehen. Nachdem der Hund ca. 3 Sekunden gestanden hat, darf der Hundeführer seinen Hund weiter zu sich rufen. An der zweiten Markierung soll er seinen Hund selbstständig zum Liegen bringen, auch hier ist entweder ein Sichtzeichen oder ein Wortsignal erlaubt. Nach weiteren 3 Sekunden darf er den Hund zu sich rufen. Der Hund darf Vorsitzen oder sich direkt in die Grundstellung begeben, die Übung endet in der Grundstellung.

6. Voraussenden in ein Viereck - max. 40 Punkte
Der Hundeführer steht mit seinem Hund am Startpunkt, 10m vor einer Pylone. Er schickt als erstes seinen Hund zu dieser Pylone, stoppt ihn dort selbstständig, so dass der Hund in einem 2m Radius um die Pylone steht. Nach ca. 3 Sekunden darf der Hundeführer seinen Hund nach rechts oder links in die Box schicken. Hierzu darf er sowohl ein Wortsignal wie ein Handzeichen zur Richtungsanweisung verwenden.
In der Box soll der Hund selbstständig vom Hundeführer gestoppt und ins Platz gelegt werden. Der Hund darf vor dem Platzkommando auch ein Kommando für Stehen bekommen. Steht der Hund außerhalb der Box, darf er (unter Punktabzug) weiter in die Box geschickt werden. Sobald er liegt, ist dies nicht mehr erlaubt, sollte sich ein liegender Hund außerhalb der Box befinden, wird die Übung mit 0 Punkten bewertet.
Wenn der Hund liegt, bekommt der Hundeführer die Anweisung, zu seinem Hund zu gehen. Etwa 2m bevor er diesen erreicht hat, soll er nach links oder nach rechts gehen und nach etwa 10m zu seinem Startpunkt zurück kehren. Ob der Hundeführer nach rechts oder links gehen muss, ist Abhängig vom Startpunkt der Box. Wurde der Hund von der Pylone nach links in die Box geschickt, geht der Hundeführer 2x nach links, um zu seinem Startpunkt zurückzukommen. Wurde der Hund nach rechts zur Box geschickt, so muss er 2x rechts gehen.

Nach ca.10m darf er seinen Hund rufen, dieser soll sich in die Fußarbeit anschließen. Am Startpunkt angekommen, halten Hundeführer und Hund an.


 

7. Bringen auf Anweisung - max. 30 Punkte
Die Apportel für diese Übung werden zu Beginn der Prüfung von den vom Verein zur Verfügung gestellten Apporteln ausgewählt.
Der Hundeführer steht mit seinem Hund 10m vor dem Pylon. Nun werden die 3 Apportel ausgelegt. Dabei geht entweder der Steward oder ein Helfer von der Pylone aus 10m nach oben und dann 5m zur Seite. Er beginnt mit dem Apportel, was der Hund holen soll.
Wenn die Apportel ausgelegt sind, erhält der Hundeführer die Anweisung seinen Hund zum Pylon zu schicken. Dort soll er ihn selbstständig stoppen, sodass der Hund innerhalb eines 2m-Radius um die Pylone steht.

Der Hund soll etwa 3 Sekunden dort stehen, dann darf der Hundeführer seinen Hund zum vorher ausgelosten Apportel schicken. Der Hund darf das Apportel im Vorsitz oder in der Grundstellung abgeben, die Übung endet in der Grundstellung.

 

8. Metallapport über eine Hürde - max. 30 Punkte
Das Apportel für diese Übung wird zu Beginn der Prüfung von den vom Verein zur Verfügung gestellten Apporteln ausgewählt. Die Höhe der Hürde wird an die Größe des Hundes angepasst und beträgt maximal 70cm.
Der Hundeführer stellt sich mit seinem Hund im Abstand 3 m vor der Hürde auf. Nachdem die Übung begonnen hat, bekommt er das Apportel und soll es über die Hürde werfen. Anschließend darf er seinen Hund schicken. Der Hund soll auf dem Hin- und Rückweg über die Hürde springen. Der Hund darf das Apportel im Vorsitz oder in der Grundstellung abgeben, die Übung endet in der Grundstellung.

9. Geruchsidentifikation - max. 30 Punkte
Bei der Geruchsidentifikation soll der Hund zwischen 6 Hölzern das finden, was der Hundeführer am Anfang der Übung für ca. 5 Sekunden angefasst hat. Der Steward übernimmt das Holz mit einer Zange und legt es zusammen mit den 5 neutralen Hölzern in einer Linie oder in einem Kreis in 10m Entfernung aus. Die Hölzer haben zueinander einen Abstand von ca 25cm. Die neutralen Hölzer legt der Steward mit der Hand aus.
Während die Hölzer ausgelegt werden, dreht der Hundeführer sich um, damit er nicht sehen kann, wo sein Holz liegt. Der Hund darf sitzen bleiben und zusehen oder aber auch umgedreht werden. Anschließend dreht der Hundeführer sich wieder um und darf seinen Hund suchen schicken. Der Hund darf keinen der neutralen Gegenstände hochnehmen und soll das richtige Holz zügig bringen, ohne es zwischendurch noch einmal abzulegen. Der Hund darf das Hölzchen im Vorsitz oder in der Grundstellung abgeben, die Übung endet in der Grundstellung.

10. Kontrolle auf Distanz - max. 40 Punkte
Der Hund wird aus der Grundstellung ins Platz gelegt und der Hundeführer stellt sich etwa 10 Meter vor seinen Hund. Im 3 Sekundentakt werden nun vom Steward, der hinter dem Hund steht, die jeweiligen Positionswechsel angezeigt. Der Hund soll in dieser Klasse 6 Positionswechsel zeigen. Die zwei häufigsten Kombinationen sind folgende:
Platz --> Sitz --> Steh --> Platz --> Steh --> Sitz --> Platz
Platz --> Steh --> Sitz --> Platz --> Sitz --> Steh --> Platz
Theoretisch dürfte ein Wechsel auch 2x drin sein, die Reihenfolge wie in Klasse 2 sind also auch möglich.
Anschließend stellt sich der Hundeführer wieder neben seinen Hund und lässt ihn sich in die Grundstellung setzen.


Punkteverteilung

Wertnote

256 - 320

Vorzüglich

224 - 255,5

Sehr gut

192 - 223,5

Gut

< 192

Nicht bestanden

 

  Counter