Seit ich mit Obedience angefangen habe, war ich auf vielen Seminaren bei verschiedenen Trainern, habe vielen Leuten beim Training zugeschaut und natürlich viele verschiedene Sachen mit meinen Hunden ausprobiert.
Die Trainingsideen, die ich selber gerne in meinem Training anwende, um es lustig und interessant zu gestalten, möchte ich euch hier aufzählen.
Idee 1: verrückte Gruppe
Idee 2: Training für die Hinterhand
Idee 3: schnelles Stoppen
Idee 4: Metagility
Idee 5: schräg springen
Idee 6: sicher & fest Stehen, Sitzen, Liegen
Idee 7: Obedience Klasse 4
Bei den Gruppenübungen gibt es viele Hunde, die sich von ihrem Nachbarhund verunsichern lassen.
"Wenn der sich hinlegt, dann hat der doch bestimmt Recht, oder?!"
Um zu üben, dass dein Hund deinem Kommando und seinem Gedächtnis vertraut,
kannst du mit deiner Trainingsgruppe die "verrückte Gruppe" machen.
"Verrückt" ist alles, was so nicht in der Prüfungsordnung vorkommt. Lasst eure Hunde doch abwechselnd sitzen und liegen. Oder aber alle Hunde liegen und nur einer sitzt.
Vielleicht ist euch aber auch kalt und ihr müsst dringend auf einem Bein herumhüpfen?
Oder eure Gruppe ist keine Reihe sondern ein Kreis?
Vielleicht seid ihr auch so fies und lasst einen Hund eine Distanzkontrolle in der Gruppe machen oder ruft einen Hund ab?
Idee 2: Training für die Hinterhand
Beim Fußgehen, insbesondere bei Winkeln und Wendungen sollte dein Hund seine Hinterhand bewusst mitbewegen und nicht unterwegs irgendwo vergessen.
Viele Hunde wissen aber gar nicht, dass sie eine Hinterhand haben.
Um diese also zu wecken, mache ich ein paar lustige Übungen mit
meinen Hunden.
Ich lasse sie zum Beispiel mit den Vorderpfoten auf einem Hocker stehen und mit der Hinterhand um den Hocker herumtreten. Ich stehe dazu entweder vor meinem Hund oder habe ihn neben mir in der Grundstellung.
Ein kleines Video, um das ganze zu verdeutlichen:
Die Idee lässt sich so ähnlich auch ohne Hocker machen. Denk dir dazu den Mittelpunkt deines Kreises und gehe seitwärts um diesen Mittelpunkt herum.
Geklickt wird bei beiden Varianten die Bewegung der Hinterhand.
Es gibt auch noch viele Tricks, die die Hinterhand bewusster machen. Rückwärtsgehen oder auch rückwärts auf eine Kiste steigen zum Beispiel.
Das Rückwärts-Fußgehen für die zwei Schritte zurück nutze ich ebenfalls, um die Hinterhand bewusster zu machen. Warum denn nur gerade zurück gehen? Im Kreis oder auch in Winkeln, um einen Gegenstand rum, all das hilft, dass die Hinterhand beim Fußgehen gerade und dicht neben dem Bein bleibt!
Ich habe mit meinen Hunden ein schnelles und sicheres Stoppen erreicht, indem ich mein Stoppkommando als "Achtung, gleich fliegt Spielzeug" aufgebaut habe. Nimm ein tolles Spielzeug (oder gut werfbare Futterstückchen) auf einen Spaziergang mit. Ruf dein Stoppkommando, wenn dein Hund ein kleines Stück vor dir ist und sich gerade nicht auf dich konzentriert. Sobald er sich nach deinem Ruf fragend zu dir umblickt, wird dein Spielzeug oder das Futterstück zu oder hinter deinen Hund. Nach ein paar Wiederholungen hat dein Hund bereits die richtige Erwartungshaltung. Dieses Stoppkommando verwende ich sowohl beim Schicken zur Pylone und zur Box wie auch für das Abrufen mit Steh und das Stehen aus der Bewegung. |
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Metagility setzt sich zusammen aus Metallapportel und Agility und ist ??? Richtig - Agility mit Metallapportel!
Diese Trainingsvariante eignet sich gut für Hunde, die das Metallapportel (oder Apportel allgemein) nicht gerne aufnehmen und tragen.
Neben dem Apportel brauchst du noch ein paar Agility-Geräte wie zum Beispiel den Tunnel, ein oder mehrere Sprünge, die A-Wand.
Natürlich sollte dein Hund diese Geräte vorher kennen lernen und Spaß am Durchlaufen oder Drüberspringen haben!
Die Regeln bei diesem Spiel sind folgende: Dein Hund darf die Hindernisse nur laufen, wenn er das Apportel dabei festhält. Lässt er es fallen, dann halte an und fordere deinen Hund freundlich auf, das Apportel wieder zu nehmen. Erst dann geht es weiter.
Die Länge und Schwierigkeit des Parcours solltest du natürlich deinem Hund anpassen. Am Anfang reicht schon ein einziger Tunnel oder ein Sprung und der Tunnel.
Du kannst deinen Hund auch zwischendurch
in die Grundstellung rufen, um die korrekte Grundstellung mit Apportel zu üben. (Alternativ in den Vorsitz, wenn du vorsitzen lässt!)
Ein Video von mir mit meinen beiden Hunden, um das Ganze noch etwas zu verdeutlichen:
Für Männer wohl ein unnötiger Tipp, für uns Frauen aber keine so schlechte Idee. (Wahlweise ersetzbar durch "Werfen üben")
Wie leicht passiert es doch, dass das Apportel gerade über die Hürde geworfen wird und genau in dem Moment eine kräftige Windböe das Apportel abdrängt. (Huch...) Liegt das Apportel seitlich, dann wird der Rücksprung oft nicht mehr gezeigt. Der kürzere Weg zurück führt einfach nicht über die Hürde!
Aber das kann man üben!
Setz deinen Hund auf die eine Seite der Hürde und rufe ihn über die Hürde zu dir. Anfangs sitzt er relativ gerade vor der Hürde, dann setzt du ihn immer schräger. Click den Sprung über die Hürde!
Das gleiche übst du dann mit dem Apportel auch. Wirf oder leg es am Anfang gerade über die Hürde aus und dann immer schräger, bis es fast auf Höhe der Hürde liegt.
Idee 6: sicher & fest stehen, sitzen, liegen
Sowohl bei der Distanzkontrolle wie auch bei den Positionen aus der Bewegung soll dein Hund still in seiner Position verharren, bis das nächste Signal etwas anderes sagt. Besonders bei den Positionen aus der Bewegung soll er seine Pfoten ruhig stehen lassen, auch wenn du um ihn herum gehst.
Mein Tipp dafür: Impulskontrolle.
Durch Locken mit Spielzeug und Leckerchen und auch leichtes Manipulieren am Körper, also leichtes Drücken und Ziehen, soll dein Hund ein Bewusstsein für seine vier Pfoten und sein Gleichgewicht bekommen und lernen, ausbalanciert auf allen Pfoten stehen zu bleiben.
Wichtig ist hierbei, dass du deinen Hund immer von vorne belohnst!
Wie, die O 4 gibt es nicht? Bei mir schon!
Um das Training zwischendurch abwechslungsreich zu gestalten, verknüpfe ich gerne die Übungen miteinander, die mein Hund schon gut kann und mache daraus eine Art Parcours.
Zum Beispiel Sprung über die Hürde, Apport, Box, Stoppen und Abrufen mit Steh.
Dann baue ich die Box auf, stelle die Hürde in die Nähe und lege das Apportel auf den Boden und dann hole ich meinen Hund.
Zuerst schicke ich meinen Hund über die Hürde und lasse ihn zurückspringen, dann stoppe ich ihn, schicke ihn in das Apportel holen und mit Apportel dann in die Box. Dort stoppe ich ihn wieder, rufe meinen Hund ins Platz und lasse ihn das Apportel ausspucken. Dann rufe ich ihn zu mir. Auf dem Weg zu mir lasse ich meinen Hund noch einmal Stehen und dann schließlich in die Grundstellung kommen.
So lernen meine Hunde, richtig zuzuhören und verallgemeinern die Übungen. Auch wenn es so nie in einer Prüfung vorkommt - es macht mir und meinen Hunden viel Spaß!



